Endzeit. Die Welt liegt in Schutt und Asche. Die Männer getötet, die Frauen vergewaltigt und versklavt. Euripides schrieb vor 2400 Jahren das Antikriegsstück der Stunde. Seine Warnung wird in Bremerhaven zum Theater-Genuss mit Gänsehaut-Faktor...
Im Mittelpunkt der Tragödie stehen die herzerweichenden Klagen der Frauen. Anja Panse will mit ihrer Inszenierung, in der jedes Detail stimmt, nicht nur den Kopf ansprechen, sondern auch den Bauch...
Für noch mehr Gefühl sorgen die herzerweichenden Klagen der namenlosen Frauen, die in Bremerhaven nicht nur gesprochen, sondern vom spielfreudigen Opernchor (Einstudierung: Edward Mauritius Münch) gesungen werden. Die zehn Chorfrauen agieren fast wie Solistinnen, jede einzelne gibt ihrer Figur eine andere Farbe. Dem Untergang geweiht sind selbst die Überlebenden. Die Zivilisation ist rettungslos verloren. Hebake, die alte Königin von Troja, ringt noch um Fassung. Die großartige Angelika Hofstetter verleiht ihr in ihrer Trauer Würde.
Ganze Kritik Nordseezeitung BHV